Archiv für August 2011

Von Schnitzel, Zwiebelrostbraten und Improvisationskochen, alles verkatert – Liefermaraton Teil 2

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Dienstag, 23. August 2011

Im letzten Artikel ging es ja eher um Verköstigungen durch diverse Lieferdienste. Da mir das über die Tage echt zum Hals raus hing, bin ich an dem ein oder anderen Tag nun auch auf Restaurants ausgewichen. Zusätzlich habe ich in der neuen Wohnung auch zum ersten mal toll gekocht. Naja, kochen konnte man dieses Brimborium nicht gerade nennen, meinen abartigen Hunger hat es aber trotzdem gestillt.

Langsam läuft dieses ganze Vorhaben doch auch ins Geld. Bei meinem Essensbedarf sind das trotz Mittagessen vom Metzger oder Bäcker dann immer noch zwei Nummern aus einem der zahlreichen Lieferdienstprospekte, auf die ich nach dem ein oder anderen Restaurantbesuch zugegebenermaßen trotzdem nicht verzichten konnte.

Da wird dann der eine Tag, bei dem der finanzielle Aufwand meinen Körper durch Nahrung am Leben zu halten bei ~ 25€ liegt, durch die nächsten Tage, an denen ich billigste Dosen für 85 Cent das Stück genoss, kompensiert.

Die Maximaltemperaturen von 32°C halten mich dann natürlich auch nicht ab Leckerbissen wie Tortellini al forno oder einen Feuertopf zu verschlingen.

Los ging das ganze Schlamassel am Samstag Mittag. Total verkaterter Besuch im Onkel Otto. Eines dieser berüchtigten Restaurants die XXL-Schnitzel und anderer XXL-Speisen anbieten. Eigentlich stehe ich ja gar nicht auf sowas, der Hunger, die Lust auf Abwechslung von den immer gleichen Pizzas und Pastagerichten stimmten mein Gewissen aber milde. Ob es an gerade dieser willkommenen Abwechslung lag? Keine Ahnung aber das Schnitzel war wirklich lecker. Die Überbleibsel werden als Schwabe natürlich eingepackt!

Schwäbisch, XXL, lecker mit Soße. Trotzdem für meinen flauen Magen ein zu großes Hindernis

Nach dem obligatorischen Vollsuff am Samstag Abend, der soweit ich mich erinnern kann bis ca. 5 Uhr am nächsten Morgen ging, folgte ein sonntäglicher Paddelausflug, welcher am wundervollen Atomkraftwerk Neckarwestheim vorbei führte. Die trübe Brühe, welche die Boote mit den verkaterten Paddlern trugen, gennant Neckar, verschuf uns am Ende dann aber noch eine tolle Abkühlung durch ein heftiges Gewitter mit Wellen die wirklich Spaß machten.

Nach dieser Anstrengenden Paddelfahrt über tödliche mannshohe Wellen, faustgroßen Hagelkörnern, tornadoähnlichen Winden, total durchnässt, den Magen voller strahlender Plörre aus dem Kernkraftwerk, trieb uns der dadurch entstandene Hunger mal wieder ins Trollinger am schönen Feuersee in Stuttgart. Das erste man gab es für mich da kein Filet oder Entrecote sondern einen Zwiebelrostbraten an Rahm-Käsespätzle. Auf der Zunge zergehen lassen: RAHM-KÄSESPÄTZLE, eine pervers stopfende Kombination. Um die Chance diese reichliche Beilage zu schaffen vollends zu zerstören habe ich mir glatt noch eine Tomatencremsuppe mit Croutons vorweg bestellt. Muss ja alles seine Richtigkeit haben 😉

Positiv am Restaurant Trollinger viel mir dabei noch auf das es anscheinend keine vegetarischen Gerichte zu geben scheint. Selbst der Ackersalat wird mit Speckwürfeln serviert. Sauber!

Nach diesem alkoholisierten Wochenende war ich wohl so durch das ich mich kein Stück erinnern kann was es am Montag zu futtern gab. Wenn ich mich anstrenge ist da, zugegeben mit sehr viel Fantasie, ein mattes und kaum zu erkennendes Bild eines Burgers vom MC-Doof. Das ist aber reine Spekulation. Darum gehe ich nicht weiter darauf ein.

Dienstag wurde dann fein gekocht! Auf meiner nicht montierten Arbeitsplatte schnell zwei externe Kochplatten aufgespannt, ein toller Ikea-Topf darauf und es konnte los gehen. Schinken, Tomatensoße und Tortellini sowie geriebener Käse. Der Schinken musste noch in der Packung geschnitten werden da ich kein Brett besitze. Dann ohne Öl (habe ich ebenfalls noch keines) im Topf erwärmen. Tomatensoße drüber und die Tortellini rein. Zur Krönung alles mit einem Schuss Sahne verfeinert, auf einem formschönen Plastikteller angerichtet und mit geriebenem Käse garniert.

Das Beste daran war der leckere Weißwein des es dazu gab. Geöffnet mit einem formschönen Holzlöffel da ich, wie auch nicht anders zu erwarten, keinen Korkenzieher besitze. Er war immerhin kalt und wurde direkt aus der Flasche genossen.

Jetzt wirds wieder ziemlich dunkel. Was zur Hölle gab es wohl letzte Woche danach? Ich hab ehrlich keine Ahnung mehr. Nicht mal anhand meines Restmülls lassen sich Rückschlüsse ziehen.

Am darauffolgenden Freitag, nach drei Flaschen Wein, ein paar Bieren und einem verdammt geilen Abend bei Balkan Beats  in den Wagenhallen fanden ich und eine Freundin, des Morgends beim gemütlichen Alkoholvernichten, dann die abgelaufene Packung Schinken welche dann mit dem restlichen geriebenen Käse belegt wurde. Und Hey, wer braucht schon Brot wenn man abgelaufenen Schinken hat? Eben, keiner!

Da meine Vorräte aus Schinken, geriebenem Käse und Sahne aufgebraucht waren musste am nächsten Tag wieder der Lieferdienst dran glauben. Der Gesundheit wegen wich ich auf pseudo-gesunde gebratene Nudeln aus. Mit Hähnchen.Als Vorspeise gabs Loempias mit scharfem Dip.

An irgend einem anderen Tag habe ich dann auch noch Cheeseburger bestellt. Von einem chinesischen Lieferdienst, dessen Fahrer augenscheinlich ein Inder war. Trotz dieser lustigen Zusammenstellung waren die Dinger echt lecker. Die Pommes dazu aber echt scheiße. Die Mayo und der Ketchup wurden intelligenterweiße IN der Pommesschachtel transportiert so das diese ca. 80°C besaßen. Die Cola hat es aber wett gemacht.

Eigentlich wollte ich diesen Artikel etwas besser strukturieren. Diese Hitze, das Bier und die vergangenen Tage haben mir da einen schönen Strich durch diese Milchmädchenrechnung gemacht. War ja auch nicht anders zu erwarten. Und wenn schon, selbst wenn es keiner liest, geschrieben hab ich es jetzt trotzdem.

Prost

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Stuttgart West is the best! Fotografieren abseits vom ranzenspannenden leiblichen Wohl

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Freitag, 19. August 2011

Da sich meine Küche noch immer in der „Aufbauphase“  befindet, dieser Zustand wohl auch noch ein oder zwei Wochen anhalten wird, musste ich meine Kamera mal auf eine andere Art penetrieren. Los gezogen bin ich um ein Panorama von Stuttgart zu knipsen. Soll in 2 Meter breite in mein Wohnzimmer. Beim runter klettern vom Hausdach hab ich dann noch dieses Bild geschossen. Gefällt mir irgendwie.

Hier also mal ein kleiner Ausschnitt aus meiner Umgebung. Der schönste Stadtteil Stuttgarts in abendlicher Stimmung.

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Von Pizza, Pasta und Asia – Liefermaraton Teil 1

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Mittwoch, 10. August 2011

In den zahlreichen Tagen, die ich nun ohne Küche überbrücken musste, fern ab von Selbstgekochtem, angewiesen auf die Willkür von Lieferdiensten, Dönerbuden, Fastfoodketten sowie Convenience-Produkten, durchquerte ich Täler der Tristess und erklomm Gipfel der Genüsse.

Von leckerem pseudo gesundem Chop Suey aus dem Asia Wok in der Silberburgstr. 149, Stuttgart, welche einem für ein paar Cent Trinkgeld 2 Dosen Pepsi schenken, die dort anscheinend trotzdem Cola heißen, und für etwas mehr auch mal zwei Flaschen Likör mitgeben. Über etwas bessere Resteverwertung, bei der man zum ersten mal Hackfleisch in einer Gusseisernen Pfanne los brät, um damit am darauffolgenden Tag Cannelloni al forno zuzubereitet. Bis hin zum genauen Gegenteil, dem auf Holzkohle gegrillten und perfekt marmorierten französischen Entrecote, medium gebraten, in der Weinstube Trollinger am Feuersee.

Ja. Wer eine längere Zeit auf eine funktionierende Küche verzichten muss, der sollte kurzzeitig seinen Gusto in fremde Hände legen können, neue Restaurnts und Imbisbuden erforschen um dabei vielleicht sogar das ein oder andere Juwel zu entdecken.

Im Hinterkopf stapeln sich währenddessen andauernd Eindrücke, Speisen und Rezepte um letztendlich in der frisch entbundenen Küche nachgekocht und ausprobiert zu werden.

Für alle die meinen Leidensweg, den ich sporadisch über meine Facebook-Seite teilte, nicht verfolgt haben hier eine kleine Rundreise der Lebensmittel, aus denen nun wohl mein Körper besteht…

Los geht mit meinem letzten gekochten Essen. Aus bereits am Vortag gebrutzelten Fleischküchle wurden am nächsten Tag Cannelloni al forno.

Nach diesem letzen Hochgenuss stürzte ich mich in das tiefe und unergründliche Meer aus Lieferdiensten… Alle bei denen ich bestellte habe ich hier nicht aufführen können da der Hunger oft so groß war das alleine der Gedanke davon jetzt Fotos machen zu können ein wahnwitziger gewesen wäre. Meine niederen Triebe hätten die Hand, in der die Spiegelreflex Kamera mit eisernem Griff lag, wohl selbstlos und im Automatismus abgenagt.

Wie stark der Überlebenswille und die damit zusammenhängende Geschwindigkeit sowie Kraft der Nahrungsmittelaufnahme sein kann, habe ich an den eigens erworbenen Plastikgabeln und Plastiklöffeln bemerken dürfen. Es gab nicht ein Dinee mit selbigem Werkzeug wo nicht mindestens ein Löffel oder eine Gabel zu Bruch ging. Oft war nicht einmal die Zeit einen abgebrochene Gabel-Zinken im Essen zu suchen. Hoffen das der Zinken durchrutscht. Notfalls mit Cola runter spülen, so lautete meine Doktrin.

Genug gelabert, los ging es mit einem Indischen Menü.

Die waren wirklich verdammt lecker. Samosa Teller als Vorspeise in saftiger Kichererbsen Soße

Hauptgericht war ein Chicken Korma (Beides vom Enjoy Pizzaservice, Mozartstraße, Stuttgart)

Diese Pizza-Schinken sieht jetzt nicht so unglaublich aus hat aber überdurchschnittlich geschmeckt.

Diese Tortellini al forno haben richtig gestopft. Besonders da die Pizza Schinken von oben als Vorspeise gedacht war.

Ab und an muss auch mal was schwäbisches her. Geschmelzte Maultaschen mit einem nicht so prickelnden Kartoffelsalat. Der Hunger treibts trotzdem hinein 😉 Visuelle Eindrücke der obligatorischen Tortellini erspare ich euch an dieser Stelle ein mal..

Hier das Chop Suey aus dem oben erwähnten Asia Wok. Ist jetzt auf dauer nicht sonderlich abwechslungsreich, die Gerichte welche auf der Karte stehen sind für sich genommen aber solide und lecker.

Um in asiatischen Gefilden zu bleiben hier meine Bestellung von gerade eben. Geliefert vom Chinese Wok, Claudiusstraße, Stuttgart. Preislich fair, gute Bewertungen, heiß geliefert und reichlich in der Portionsgröße. Was will der Hungrige in einer solchen Notsituation mehr?

Wirklich lecker diese mit Gemüse und Rindfleisch gefüllte und panierte Frühlingsrolle an Süß-Saurem-Dip

Angeprisen neben anderen Gerichten als „Spezialität des Hauses“ das Rindfleisch auf mongolische Art.

Auch sehr lecker muss ich sagen. Unter „scharf“ verstehe ich zwar etwas anderes aber das liegt wohl auch an meinem mittlerweile feuerfesten Mundbereich. Mit dieser Vorahnung habe ich natürlich noch eine scharfe Soße dazu geordert. Für 40 Cent ist das dann aber doch eine ausreichende Menge (für 20 Portionen). Im Kühlschrang hält sich das Zeug aber eine ganze Weile und ist somit sogar billiger wie Sambal Oelek aus dem Supermarkt…

Am Ende dieses ersten Teils meiner Fastfood- und Lieferdienst-Periode, besser gesagt während des Genusses meines Rindfleisch auf mongolische Art, fragte ich mich dann aber doch wie zur Hölle die das Fleisch immer so seltsam in der Konsistenz bekommen.

Komischer Schnitt? Mariniert? Tiefgefroren? Ich komme einfach nicht darauf. Ist irgendwie trotzdem lecker aber auch gleichzeitig seltsam. Liegt auch nicht an einem bestimmen Chinesen, und ich habe weiß Gott viele versucht, sondern ist überall gleich.

Magen ist noch intakt, alles sauber verdaut. Also kann es wohl im zweiten Teil so weiter gehen 😉

 

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