Archiv für die Kategorie ‘Schwäbisch’

Schwäbische Linsen und Spätzle

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Samstag, 28. November 2009

Vorgestern gab es mal wieder was richtig schwäbisches. Leckere Linsen und Spätzle standen auf meinem Speiseplan, die obligatorischen Soida (Saitenwürstchen) brauch ich hier ja nicht extra erwähnen.

Zutaten

  • Ca. 2 Tassen Tellerlinsen (müssen vor dem Kochen über Nacht eingeweicht werden)
  • 2 Scheiben Schweinebauch
  • Gemüsebrühe oder Kalbs- / Rinderfond
  • 1 Karotte
  • 3 – 5 Kartoffeln
  • Sellerie
  • 1 Zwiebel
  • Speck (ca. 150 g)
  • Essig, Öl, Rotwein
  • Mehl
  • 2 Lorbeerblätter, Salz, schwarzer Pfeffer

Rezept

1. Am Vortag die Linsen in reichlich Wasser einweichen. Topf mit ca. 1 Liter Wasser aufstellen und zum kochen bringen. Die eingeweichten Linsen durch ein Sieb abgießen und unter fliesendem Wasser kurz waschen. Linsen ins Wasser geben. Vorsicht: kein Salz hinzufügen da dieses die Garzeit verlängern würde. Lorbeerblätter können auch dazu sowie der Schweinebauch. Das gilt für alle Hülsenfrüchte im Übrigen (wobei da auch andere Meinungen existieren. Hier z.B. werden die Linsen in Brühe, die bekanntermaßen ja salzig ist, gekocht). Man könnte die Linsen auch in einem Schnellkochtopf (Sikomatik) kochen wie z.B. hier aber darauf stehe ich nicht so.

linsen-spaetzle-01

2. Die Linsen nun ca. 20 – 30 Minuten köcheln lassen. Ab und an den Gargrad durch probieren feststellen. Die Karotten fein würfeln und zu den Linsen geben. Nach ca. weiteren 10 Minuten die Kartoffeln, ebenfalls in kleineren Würfeln, zugeben. Sellerie schälen und einen Teil ebenfalls würfeln (ca. 3 El).

linsen-spaetzle-02

3. In einer Pfanne die klein gehackte Zwiebel andünsten. Kann ruhig etwas Farbe bekommen. Die Zwiebel nun ebenfalls zu den Linsen geben. Danach den Speck in der Pfanne anbraten und ebenfalls zu den Linsen geben.

linsen-spaetzle-03

4. Nun bei geringer Hitze weiter köcheln lassen. Ein guter Schuss vom Rotwein und 3 – 4 El Essig können nun auch dazu. Wenn die Karotten und Kartoffeln gar sind sollten die Linsen auch so weit sein (zumindest ist das bei mir immer der Fall). Wer die Linsen etwas weicher, also schon eher in Richtung matschig mag, sollte das Rezept beim nächsten mal dementsprechend anpassen.

5. In einer Pfanne eine dunklere Mehlbrenne (auch Einbrenne oder Mehlschwitze genannt) zubereiten und auch zu den Linsen geben. Lorbeerblätter wieder raus nehmen. Mit Salz und frisch gemahlenen Pfeffer sowie Rotwein und Essig abschmecken.

6. Saitenwürstchen dazugeben und heiß ziehen lassen. Nicht mehr aufkochen da diese sonst platzen.

7. Während die Saiten heiß werden Spätzle zubereiten (Rezept folgt).

8. Spätzle und Linsen sowie Schweinebauch und Saiten auf einem Teller anrichten und heiß servieren. Essig und Rotwein zum nachwürzen mit auf den Tisch stellen. Guten Appetit.

schwaebische-linsen-01

Gib deinen Senf dazu

Fleischküchle, du Sau

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Mittwoch, 23. September 2009

Ja, das dachte ich mir heute als ich nach einem sehr harten, wie immer unbequemen und anstrengenden Arbeitstag in der Fabrik, von dem ich schließlich, nach gefühlten 16 Stunden Knechtschaft, nach Hause in meine dreckige WG zurückgekehrt bin. Also besser gesagt habe ich mir das schon auf dem Nachhauseweg überlegt. Ich wollte mir eigentlich panierte Koteletts, nebst dem Rest Kartoffelsalat vom gestrigen Festmal, zubereiten. Also bog ich mit meinem französischen „Auto“ in die Tiefgarage des Bosch Areals ein um einem herrlichen Kreuzzug, im Namen der Protein- und Eiweißlastigen tierischen Produkte, entgegen zu eifern. So, dort angekommen musste ich wie gewohnt feststellen, dass im ansässigen Supermarkt die Auslagen wieder denen ähnelten, die sich wahrscheinlich schon meinem Opa, in der Nachkriegszeit, dargeboten hatten. Scheiße, muss man heutzutage eigentlich um 7 Uhr Morgens vor einem scheiß Laden stehen, um sich dann, mit seinen überaus wertvollen Schekalim, die um die Zeit verbleibenden Restartikel kaufen zu können?

Naja egal dachte ich mir. Wird halt umdisponiert. Basta! Also kaufe ich unglaublich hochwertiges, unter Schutzatmosphäre verpacktes, leckere Hackfleisch, aus Rindern, um mir daraus, so dachte ich mir, Fleischküchle (der nicht westdeutsche sagt dazu glaube ich Buletten) zu brutzeln. Ok, dazu noch ein einzelnes Ei, welche irgendwie konträr zur beobachteten Firmenpolitik auch einzeln erhältlich sind, Zwiebeln und krause Petersilie. Den Rest habe ich daheim, soweit war ich sicher.

So, um nicht abzuschweifen will ich hier mal vorspulen. Ab zu Kasse, leider zahlen müssen, wie immer. Ab ins „Auto“ und heim. Nun kann es ja eigentlich auch schon zum eigentlichen Rezept, um das es sich hier ja handelt, gehen.

Zuataten

  • 250g Rinderhack
  • 1 Ei
  • Semmelbrösel oder ein altes Brötchen
  • krause Petersilie (glatte geht natürlich auch)
  • Senf
  • Salz, Pfeffer
  • Öl (hab Rabsöl verwendet)

Rezept

1. Rinderhack, Ei, eine Hand voll Semmelbrösel oder ca. eine halbe alte Semmel und einen Teelöffel Senf in eine große Schüssel geben. Alles  gut durch-mengen, mit der Hand, eine Maschine oder einen Rührlöffel zu verwenden wäre schwul. Salzen und Pfeffern. Beim Salzen hab ich (wohlgemerkt für mich) herausgefunden, dass ich genau so viel salze, bis ich denke es wäre versalzen, genau dann passt es immer. Die krause Petersilie fein Hacken und untermengen. Fleischküchle, Frikadellen, Fleischpflanzerl,  Buletten, sogar dänische Frikadellen gibts (kannte bisher nur dänische Delikatessen) … oder was weiß ich daraus formen und diese fertigen Brätlinge zugleich auch noch etwas von außen panieren.

2. Pfanne auf den Herd, erhitzen und Öl rein. Wenn das Öl schön heiß ist die Fleischküchle hinein geben. Das sollte dann nach geraumer Zeit ungefähr dieses Bild ergeben. Wenn nicht bitte noch mal von Anfang anfangen …

fleischkuechle_in_pfanne

3. Wenn die Fleischküchle von beiden Seiten schön angebraten sind könnt ihr auch, je nach Dicke, die Hitze etwas runter drehen und die Fleischküchle langsam durchziehen bzw. garen lassen. Kann u.U. schon eine Weile dauern.

4. Wenn die Fleischküchle schließlich gar sind könnt ihr diese sofort heiß servieren.  Ich hatte dazu heute Kartoffelsalat vom Vortag und Senf. Gibt auch Leute die Ketchup dazu essen aber das mag ich persönlich nicht so gerne.

fleischkuechle_fertig

Lasst es euch schmecken!

Gib deinen Senf dazu

Wer auf verfickt geilen Zwiebelrostbraten steht …

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Donnerstag, 10. September 2009

der sollte auf jeden Fall das Restaurant mit zugehörigem Biergarten Tauberquelle besuchen. Das in der stuttgarter Mitte liegende Etablissement wartet mit schwäbischen Spezialitäten von Maultaschen über Käsespätzle bis hin zu gebratener Leber und, um was es hier ja geht, Zwiebelrostbraten auf. Also ich sag es einfach mal so wie es ist. Ich habe schon häufig in meinem Leben einen Zwiebelrostbraten gegessen. Oft etwas zäh und eigentlich immer zu durch, was ich gar nicht ab kann! (Man wird eigentlich immer sehr höflich nach der präferierten Garstufe seines gewaltsam zu Tode gekommennen Stück Fleisches gefragt und bekommt dann erst recht ein nicht mehr medium gebratenes Etwas, dass auch zugleich seinen Todeskampf im eigenen Mund beginnt)

 

Anders aber hier. Wie gesagt, ich hab wirklich schon einiges an kurz gebratenem, gesottenem, gegrillten oder gekochtem tierischen Protein hinter mir aber das hat mich doch wirklich positiv überrascht. Dieser Zwiebelrostbraten war wirklich so verdammt Zart, er zerging einfach auf der Zunge! Ich würde ja jetzt gerne über die kräftige Soße, die super gut gebratenen Bratkartoffeln oder den Beilagensalat, der wohlgemerkt aus einem sehr leckeren selbst gemachten Kartoffelsalat und anderen grünen Salaten, mit wiederum gutem Dressing bestand, schwärmen, aber es wäre sehr viel einfacher, wenn ihr meinem bescheidenen Beispiel folgen würdet und das alles einfach selber probiert. Gut, die Preise sind jetzt nicht unbedingt geeignet wenn man sich normalerweise mit einem Döner für 1,50€ zufrieden gibt, aber jeder, der auf gutes Essen steht, wird einsehen, dass ein verfickt geiler Zwiebelrostbraten, einfach auch seinen Preis hat.

Hatte danach noch ein Restschnitzel meiner Begleitung, quasi als Nachtisch, das ebenso lecker war und ich es mir, trotz heftiger Lähmungserscheinungen, auf Grund des Nahrungsüberschusses in meinem Bauch und der erhöhten Cholesterinwerte in meinem Blut, nicht verkneifen konnte, dieses auch noch in mich hinein zu pressen. Ein gelungener Ausflug in den Biergarten! Dazu noch zwei kleine Halbe vom Fass und selbst ein Tag im Krieg wäre nur halb so schlimm ausgefallen.

Leider war ich danach nicht mehr im Stande noch mehr aus der reichlichen Auswahl zu probieren. Auf die Leber hätte ich ja noch Gelüste verspürt aber mein Körper wollte einfach nicht mehr mit spielen. Schade eigentlich. Naja, es gibt ja noch immer ein nächstes mal … zum Glück 🙂

Anschrift

Restaurant Tauberquelle
Torstraße 19
70173 Stuttgart Stadtmitte

Gib deinen Senf dazu

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