… oder auch Kaldaunen, Flecke, (franz.) Tripe, Löser, Pansen oder eben schwäbisch Kutteln sind, zumindest in der sauren Version mit Essig und Rotwein, eines meiner Leibgerichte. Keine Ahnung woher diese besondere Liebe zu den Kutteln, insbesondere in dieser Zubereitungsform, kommt, aber daran könnte ich mich dämlich fressen. Dazu dann noch richtig schön krosse Bratkartoffeln aus der schmiedeeisernen Pfanne und mein Tag ist gemacht.

Auch die Tatsache das hier wieder etwas verwendet wird, das der Großteil der heutigen Bevölkerung lieber in den Müll kippen würde, tut mir hier keinen Abbruch. Im Gegenteil. Kann ja irgendwie nicht sein das Tiere nur wegen des Filets und 2 – 3 anderen Teilstücken gezüchtet werden. Wenn schon, dann muss alles weg.

Im Übrigen ist eine gute türkische Kuttelsuppe auch was sehr feines. Die wenigsten wissen überhaupt das eine solche in einem gut sortierten Dönerfachgeschäft überhaupt existiert. Dekoriert mit viel frischer Petersilie, scharf (wie auch immer dieses rote Zeug eigentlich auch heißt) und Zitrone eine sehr leckere Angelegenheit.

Hier geht es jetzt aber erst um die schwäbische Variante

Zutaten

  • gewaschene, vorgekochte und in Streifen geschnittene Kutteln vom Metzger
  • Trollinger
  • Essig
  • Zwiebeln
  • selbst gemachte Fleischbrühe
  • Mehl
  • Salz, Pfeffer
  • Lorbeerblatt
  • Öl oder Butter bzw. Schweineschmalz

So wirds gemacht meine Freunde

1. Zwiebel pellen, fein hacken.  In einem großen Topf goldgelb andünsten, mit Fleischbrühe und Rotwein aufgießen. (hier geben manche die Kutteln vor dem Ablöschen in den Topf und dünsten diese mit an, auch wird oft Tomatenmark zugegeben, kann man machen, ich machs irgendwie nie, werde das aber auch mal testen) Die vorgekochten Kutteln hinzugeben, Lorbeerblätter ebenfalls. Nun die Kutteln bis kurz vor den gewünschten Gargrad köcheln lassen. Bei vorgekochten Kutteln vom Metzger entfällt dies eigentlich da diese schon den richtigen Biss haben.

2. Dunkle Mehlschwitze zubereiten und damit die Soße abbinden. Alles grob mit Salz, Pfeffer, Trollinger und Essig abschmecken. Weiter für 10 bis 15 Minuten köcheln lassen. Nebenher Bratkartoffeln brutzeln.

3. Kutteln mit Bratkartoffeln mit Essig und Rotwein servieren, so kann jeder nochmals am Tisch nach würzen (falls es einer ganz sauer mag 😉 ).

korber-kopf-trollingen

saure-kutteln

PS: Es ist gar nicht so einfach Restaurants zu finden wo es sowas noch gibt.

Hier noch eine zweite Variante die etwas später entstand.

schwaebische-kutteln-bratkartoffeln

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Kochschwabe
8 Jahre zuvor

Hey Tom,

http://de.wikipedia.org/wiki/Pul_Biber heißt das „Schaaaaaaaaaaaf“ ausm Dönerladen.

Ich mach mir jetzt auch saure Kutteln. Werde hierfür dein Rezept nehmen!

Grüße,
Jens

Kochschwabe
8 Jahre zuvor

PS: Kann dir n Restaurant empfehlen. http://www.krabba-nescht.de/
Da gibt’s auch super lecker Saure Nierle.

Grüße

Kochschwabe
8 Jahre zuvor

so, fertig. und saugeil. hab noch bissle tomatenmark mit rein. Trollinger mit Lemberger

Kochschwabe
8 Jahre zuvor

Tata. Ein Augenschmaus! Und so schnell sind se auch wieder gegessen 😉
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[…] er ebenfalls Schwabe ist und somit schon einige Sysmpatiepunkte erlangt hat; er schreibt in seinem Artikel genau das was ich auch […]

trackback

[…] andere Blogs und Blogger wie gastrophil.de oder der Kochschwabe haben sich der Sauren Kutteln angenommen. Beides sind Landsmänner – mir […]

Walter
Walter
7 Jahre zuvor

Den Essig bitte nur vorsichtig – am besten Balsamico – verwenden.

Folke kelm
Folke kelm
6 Jahre zuvor

Ja, das ist allerdings wahr, dass das aus den meisten restaurants der Region verschwindet. Als junger Geologe bin ich oft vor 30 Jahren noch dort durch die Gegend gestiefelt und habe in Landgasthäusern saure Kutteln gegessen. Heute sind diejenigen Gasthäuser, wo ich mal Stammgast war allesamt verschwunden bzw durch Pizzerien oder grichisch Restaurants ersetzt. Eine der grossartigsten deutsche Küchen geht langsam verloren

Klaus-Peter
4 Jahre zuvor

So, gleich wandert Dein Blog in meine Blogroll, und dann kann ich gelegentlich darauf wieder zugreifen, weil: Dieses Rezept, so oder ähnlich, finde ich dann doch spannend. Was die Diskussion über den Essig betrifft: Da werde ich bestimmt keinen „Balsamico“ nehmen, sondern selbst gemachten Kräuter-Essig – und wie das geht – dazu wrede ich zuvor noch einen Artikel erstellen.

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