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Székeler Gulasch nach un-Art des Hauses

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Das Gulasch aus Schweinefleisch und Sauerkraut, welches fälschlicherweise immer als Szegediner Gulasch betitelt wird, eigentlich aber Székeler Gulasch (Székelygulyás) heißen sollte, steht heute ganz oben auf meinem Speiseplan. Da nicht mal der feine Larousse Gastronomique etwas über die Herkunft dieser Gulasch-Art verrät und ich über Google auch nicht fündig wurde bleibt dieses Gulasch vorerst unkategorisiert.

Natürlich entstand dieses Gericht mal wieder aus Resten deshalb nicht wundern wenn die Zutaten nicht den Originalzutaten entsprechen. Statt Schwein habe ich Rindfleisch verwendet. Außerdem kommen bei mir Wein und Tomaten rein. Aber who cares wenn es schmeckt!?

Zutaten

  • 400 g Rindergulasch
  • 200 – 300 g Sauerkraut
  • Rinderfond oder Brühe
  • 2 Zwiebeln, Knoblauchzehe
  • Rosenpaprika (Pulver), Chillipulver
  • Harissapaste
  • Rotwein, Wasser
  • 1 Karotte
  • halbe Dose Tomaten (crudo)
  • Öl oder Schweineschmalz
  • Salz, Pfeffer, Kümmel

Rezept

1. Die Zwiebeln fein hacken. In einem Topf andünsten und nach kurzer Zeit das gewürfelte Fleisch hinzugeben.

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Kurz danach die Karotten, ebenfalls in gewürfelter Form. Alles gut anschwitzen. Ganz am Ende mit frisch zerstoßenem schwarzen Pfeffer und ordentlich Salz würzen.

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2. Mit der halben Dose Tomaten und ca. 150 ml Rotwein und 100 ml Wasser ablöschen. Mit Deckel verschließen aber noch einen kleinen Spalt offen lassen. Auf sehr kleiner Flamme für ca. 2 – 2½ Stunden köcheln lassen. Wenn zu viel Flüssigkeit verdunstet einfach mit Wasser wieder auffüllen.

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3. Wenn das Fleisch gar ist das Sauerkraut unter mengen und für weitere 10 – 15 Minuten erhitzen / köcheln.

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Mit Salz, Pfeffer, Chilli bzw. Rosenpaprika und etwas Kümmel abschmecken.

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Dazu passt Kartoffelpüree.

Nachtrag: Heißt es jetzt Székeler Gulasch oder Szekler Gulasch? Ich finde irgendwie keine vertrauenswürdige Quelle. Werde diese Gulaschart aber mal in der Kategorie „Ungarn“ ansiedeln.

Gib deinen Senf dazu


2 Antworten zu “Székeler Gulasch nach un-Art des Hauses”

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  1. Onkel detlef sagt:

    Das Gericht heißt im deutschen richtig „Szegediner Gulasch“

    Szegediner Gulasch ist ein traditionelles Eintopfgericht, das seine Wurzeln in Ungarn hat. Gulyás bezeichnet im Ungarischen sowohl einen Rinderhirten, aber auch eine Suppe mit verschiedenen Einlagen. Das was in anderen Ländern als Gulasch bezeichnet wird, ist bei den Magyaren (Bezeichnung aller Ungarn auch außerhalb Ungarns) eigentlich ein Pörkölt.
    Gelegentlich hört und liest man auch die irreführende Bezeichnung Szekler Gulasch, wobei
    Szegediner- und Szekler-Gulasch die eingedeutschte Bezeichnung für dasselbe Gericht ist!

    Die mit Sauerkraut aber auch frischem, mitgekochtem Weißkraut angereicherte ungarische traditionelle Suppe war als Krautgulasch Káposztagulyás schon bei den Pannoniern bekannt und verbreitet. Fleisch war darin nur geringen Mengen enthalten. Doch erst in der Österreichisch-Ungarischen Doppelmonarchie und die Verflechtung beider Länder wurde das Gericht unter dem Namen Szegediner-Gulasch, ungarisch: székelykáposzta oder székelygulyás über das Pannonische Becken hinaus bekannt.
    Der Name geht auf den ungarischen Schriftsteller und Journalisten József Székely (* 1. März 1825; † 16. September 1895) zurück, der das Gericht in seinen Veröffentlichungen beschrieb, als er es bei einem Wirt in Pest seinem späteren Stammlokal aus einer Verlegenheitssituation heraus erstmals gereicht bekam. Der Wirt konnte dem Gast zu später Stunde nur noch Káposzta (Kraut) und Gulyás (Rindfleischsuppe) anbieten. Székely bestellte beides und lies es sich mischen, womit der Székelygulyás geboren war.
    Der auch anwesende Freund und Nationaldichter Sándor Petőfi hat diese Geschichte bekannt gemacht und dem Gericht auch den Namen Székelygulyás gegeben. Die deutsche Bezeichnung Szegediner-Gulasch entstand durch eine Lautverschiebung. Székely ist in Ungarn ein recht häufiger Nachname und bedeutet im deutschen Schnitzler.
    Mit der Verbreitung der Speise – oft durch das Militär – im deutschsprachigen Raum der k. u. k.-Monarchie aber auch bis nach Bayern, Franken oder dem deutschsprachigen Siebenbürgen fand manchmal merkwürdiger weise eine fälschliche Rückübersetzung / Eindeutschung des Gerichtes in Szekler-Gulasch in der Annahme statt, dass die Bezeichnung auf die in Siebenbürgen neben den Siebenbürger Sachsen ansässige ungarische Volksgruppe der Szekler Székely oder auf das historische Szekler-Land Székelyföld beruht, ein Gebiet im Südosten Siebenbürgens im heutigen Rumänien.
    Nährstoff fand diese Annahme durch den so genannten Österreichisch-Ungarischen Ausgleich ab 1867 und der Wiedereingliederung Siebenbürgens und der Szekler Székely in das Königreich Ungarn. Daher wird auch oft irrtümlich vermutet, dass Gericht stammt ursprünglich aus Siebenbürgen und gehöre zur traditionellen Siebenbürger Küche. Die größte Gruppe (rund 1,4 Millionen) der Auslandsmagyaren leben noch heute in Rumänien. Viele von ihnen (rund 670.000) sind Szekler und leben im Szeklerland (Székelyföld). Auch dort heißt das Gericht nach wie vor székelykáposzta oder székelygulyás.
    Im heutigen österreichischen Bundesland Burgenland, dem ehemaligen bis 1921 zu Ungarn gehörenden Deutsch-Westungarn herrschte dagegen immer und bis heute wie auch in gesamt Österreich die Bezeichnung Szegediner Gulasch vor.
    Gänzlich falsch ist indes, dass die Speise etwas mit dem Ort Szekl oder der ungarischen Großstadt Szeged (auf deutsch Szegedin) gemein hat. Dies ist lediglich eine phonetische Ähnlichkeit.
    Obwohl auch nach dem Zweiten Weltkrieg in den Randgebieten der BRD zur Tschechoslowakei und Österreich und darüber hinaus das Gericht meist mit Szegediner Gulasch bezeichnet wurde, hatte sich dort immer mehr der falsche Name Szekler Gulasch durchgesetzt, da Szegediner Gulasch plötzlich nach Ostblock klang. Deutschstämmige Siebenbürger Sachsen, die mehrheitlich seit den 1970er Jahren in das damalige Gebiet der BRD einwanderten, sorgten ebenfalls für die Verbreitung der falschen Bezeichnung in dieser Region. Dagegen ist im Osten Deutschlands der Name Szekler Gulasch völlig unbekannt.
    Betrachtet man seine Erfindungsgeschichte, ist Szegediner Gulasch eigentlich eine Rindfleischsuppe mit Sauerkrauteinlage. Im Burgenland, am Neusiedlersee unweit der Ungarischen Grenze wird das Gericht in dieser Form tatsachlich noch so gegessen. Als Beilage dazu wird Weißbrot gereicht.

  2. Tom sagt:

    Hast du dazu auch eine Quelle? Meine hier sagt eben das es eigentlich nicht so heißen sollte: http://www.fertigs.de/kochen/szekelygulyas.htm#fn1

    Gruß Tom

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