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Civet de lapin – Kaninchenpfeffer aus der Provence

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Alles begann mit Kaninchen, dem damit zusammenhängenden Kaufzwang und einem neuen französischen Kochbuch welches ich seit mehreren Tagen allabendlich ausführlichst studiere. Diese verdammte Kombination quälte mich so lange bis ich dem Druck endlich nachgegeben habe und eines der darin enthaltenen Gerichte, in neuer Kombination und natürlich abgewandelt, nach gekocht habe. Wirklich einfach und vor allem gemütlich in der Zubereitung.

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Zutaten

Civet de lapin

  • Kaninchen (ganz oder als Puzzle)
  • Rotwein (trocken, wenn möglich aus der Provence)
  • Bouquet garni
  • 2 Zwiebeln und 2 Karotten
  • Pilze (hier Champignons)
  • ~ 10 bis 15 Konoblauchzehen
  • ~ 10 schwarze Pfefferkörner
  • ~ 10 Wacholderbeeren
  • Kräuter der Provence
  • 1 bis 2 Nelken
  • Salz, Pfeffer
  • Cognac
  • Sahne
  • Stärke

Beilage: Galette lyonnaise (Kartoffel-Zwiebel-Gratin)

  • ~ 400 g Kartoffeln (mehlig kochend)
  • ~ 300 g Zwiebeln
  • Milch
  • Butter
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • Semmelbrösel

Rezept

1. Das Kaninchen zerteilen und mit den Knoblauchzehen, den Zwiebeln und den in dünne Scheiben geschnittenen Möhren, Wacholderbeeren, Pfefferkörner und dem Bouquet garni im Rotwein für ~ 12 bis 24 Stunden marinieren. Wer hat: Pfeffer und Wacholder in einen Teebeutel geben um diese Geschmackslieferanten am Ende einfacher entfernen zu können. Hierfür gibt es auch extra kleine Stoffsäckchen.

rosmarin-thymian-knoblauch

kaninchen-rotwein-marinieren

2. Kaninchenteile gut abtropfen, scharf in etwas Öl anbraten.

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Cognac erwärmen (Kerze o.Ä.) anzünden und damit das Fleisch flambieren.

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Sobald der Alkohol verbrannt ist mit der Marinade ablöschen, Nelken dazu, Kräuter der Provence, leicht salzen und bei sehr leichter Hitze für ~ 1,5 bis 2 Stunden schmoren.

3. Für die Beilage Backofen auf 190 °C vorheizen, Kartoffeln schälen, würfeln und kochen. Nebenher die Zwiebeln fein würfeln und in der Zeitdauer, welche die Kartoffeln zu Garen benötigen,in Öl  sanft golden anbraten. Nicht zu dunkel werden lassen. Kartoffeln abgießen und mit Milch, Butter, Salz, Pfeffer und Muskat zu einem feinen Püree verarbeiten. Zwiebeln im Mixer pürieren und unter das Püree heben. Alles in Backformen füllen, mit Semmelbrösel bestreuen, ein paar Butterflocken darüber verteilen und im Ofen gratinieren.

4. In der Zwischenzeit die Hasenteile aus der Sauce nehmen und das Fleisch von den Knochen lösen. Bouquet garni, Pfefferkörner sowie Wacholderbeeren entfernen. Wer nicht auf Knoblauch steht kann diesen auch entfernen wobei die Zehen auch sehr leicht zerfallen.

Etwas Sahne angießen und abschmecken. Pilze putzen, halbieren, scharf anbraten und dazu geben. Wer mag kann hier noch mit Stärke andicken. Auch eine Mehlschwitze würde gehen wobei man dann erst den Mehlgeschmack heraus köcheln lassen sollte. Hasenfleisch wieder in die Sauce geben, erhitzen und heiß servieren.

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Als Beilage gehen aber sicherlich auch normaler Kartoffelpüree, Nudeln oder Brot. Galette lyonnaise kommt zwar nicht auch aus der Provence passt als Beilage meiner Meinung nach aber sehr gut. Und mal ehrlich, mir scheiß egal ob das aus der selben Region kommt wenn es schmeckt.

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Galette lyonnaise, super leckere Kartoffel-Zwiebeln-Kombination.

Im Originalrezept ist hierbei, also beim Pfeffer, auch nicht von Kaninchen sondern von Hase (lièvre) die Rede. Auch kommt hier keine Sahne und auch keine Pilze zum Einsatz. Dafür Salbei welchen ich nicht bekommen habe. Abgebunden wird hier auch mit geriebener Brotrinde. Somit braucht es dafür eigentlich gar kein Rezept – die ganzen Schmorgerichte unterscheiden sich bei der Herstellung ja eh kaum. Einzig Details lassen eine andere Region vermuten.

Die Beschaffung eines einigermaßen erschwinglichen Cognacs (brauch den eigentlich ja nur zum Kochen [auch wenn ich beim nächsten Saufgelage die restliche Flasche vernichten werde]) war auch eine Aufgabe für sich. Im ersten Supermarkt kostete der billigste ~20€, dachte ich schau ob es noch billiger geht. Im Getränkemarkt gab es dann nur einen Cognac für ~36€. Muss ja jetzt auch nicht sein. Im letzten aus eigener Kraft erreichbaren Supermarkt gab es dann ganze zwei Cognacs. Hab den billigeren für 26€ genommen. Nächstes mal bestelle ich den vorher im Internet. Unzumutbare Zustände sind das doch! Hauptsache 10 verschiedene Scotch, Whiskeys  usw.

Reinhaun!

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5 Antworten zu “Civet de lapin – Kaninchenpfeffer aus der Provence”

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  1. Susanne Fischer sagt:

    Genial wie immer! 😉
    Ja, dieses Kochbuch hat wirklich was… es steht schon Jahre in meinem Bücherschrank neben seinen Geschwistern, welche die italienische bzw. die deutsche Küche zelebrieren…. 😉
    Obwohl… zwischen Kaninchen und Wildhase ist schon ein geschmacklicher Unterschied… 😉

  2. Tom sagt:

    Klaro ist da ein Unterschied zu schmecken. Hase ist ja viel kräftiger, manchmal fast schon penetrant. Hab ja nichts anderes behauptet 😉 Lediglich die Grundzubereitung (marinieren mit Rotwein, Knofi, Zwiebel [teils Karotten], Pfeffer, Bouquet Garni usw. ist ja ähnlich. Kannste mit Hase, Rind (daube de boeuf), Wildschwein, Geflügel (Ähnlich einem Coq au vin) machen. Klappt ja eigentlich immer 😉

  3. Gourmandise sagt:

    Das sieht ja mal wieder lecker aus bei Dir!

    Ein Kanninchen kann ich so schnell nicht herbeizaubern – dafür fehlt schon der Zylinder. 😉

    Aber morgen soll es bei uns ‚Gebratene Blutwurst mit heißen Birnenspalten‘ geben. (siehe: http://gourmandise.wordpress.com/2012/10/14/blutwurst-mit-birnen/)
    Dazu war eigentlich Weißbrot als Beilage gedacht, doch nun überlege ich, ob dazu nicht auch Galette lyonnaise passen würde…

    Gourmandise

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  5. Tom sagt:

    Freut mich wenn es dir gefällt 🙂 Kaninchen zaubere ich schon länger nicht mehr aus dem Zylinder, das macht der hiesige Einzelhandel für mich 😀

    Keine Ahnung wie das zur gebratenen Blutwurst passt, ich brauch zu Püree’s ja immer Sauce ;), aber probieren kann man ja alles 🙂 Hab aber schon gesehen das du einen gebackenen Kartoffelpüree gemacht hast. Das ist auch sehr lecker. Auch wenn du zuvor noch kleine Käsewürfel unter mengst. Habe das in Frankreich früher so des Öfteren mal gegessen…

    Gruß Tom

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