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Phở bò – vietnamesische Nudelsuppe mit Rindfleisch

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Also irgendwie hab ich echt einen an der Klatsche stelle ich heute mal wieder fest. Da koche ich verfickte 7 Stunden einen Brühe für Phở bò – eine vietnamesische Reisnudelsuppe mit Rindflesich – um beim verfassen dieses Artikels auf meine Pizza vom Lieferdienst zu warten. Völlig verkatert und noch echt krank versteht sich. So wiederholt sich dieses groteske Schauspiel jeden Sonntag, der seltsam kulinarische Dreidel hat noch Restschwung. Mal sehen wo ich nächsten Sonntag Pizza bestelle 😀

Zur Suppe: Der Plan war ja mir mit der Suppe neuen Lebensodem einzuhauchen, flüssigen Odem, suppigen obendrein. Hätte wohl auch funktioniert wären mir die 10 Bier nicht in die Quere gekommen gestern Abend. Aber gut, ohne die Suppe wäre ich dann vielleicht schon tot. Keiner weiß es 🙂  Auf jeden Fall stehe ich auf diese Art von Suppen. Habe ich meiner Meinung nach auch schon oft erwähnt. Unglaublich leckere und lange Nudeln, gebettet auf allerlei frische Zutaten, eine dezente Schärfe im Hintergrund, alles verbunden durch die unglaublich nahrhafte und kochend heiße Brühe, wo nur Schlürfen einer fiesen Verbrennung vorbeugen kann, ja das mag ich. Ich mag dich. Dich mag ich – Suppe!

Das einzige Manko dabei ist die Zeit. Minimum 5 bis 6 Stunden für die Brühe, dann ggf. abkühlen und entfetten, schon ein kleiner Gewaltakt. Entgegen der Taten der RAF aber ein Gewaltakt der sich lohnt. Also partizipiert meine Freude und kocht Suppe!

Phở bò Zutaten

Für die Brühe

  • Markknochen (vom Rind)
  • Ochsenschwanz
  • Suppenfleisch (auch vom Rind versteht sich)
  • Zimtstange
  • Sternanis
  • 2 Zwiebeln
  • Ingwer
  • Fischsauce
  • Salz, Zucker

Für die Einlage

  • Rinderfilet
  • Sojasprossen
  • Glasnudeln (hier keinen Scheiß kaufen -> zum Asiaten gehen!)
  • Chilisauce
  • Frühlingszwiebeln
  • Limette
  • Fischsauce
  • und was immer euer Herz noch begehrt 😉

Rezept

1. Knochen, Ochsenschwanz und Suppenfleisch kurz unter fließendem Wasser waschen. Manche blanchieren die Knochen noch vorher um eine klarere Brühe zu bekommen.

Im Gegensatz zu den knochigen Tatsachen in Modemagazinen steh ich auf den Scheiß hier!

Ich spare mir das weil ich finde die Brühe muss hier nicht klar sein. Also alles in einen großen Topf geben, Wasser drüber und sanft erhitzen. Nach alles Regeln der Brühenkunst nun langsam eine Brühe ziehen. Steht schon oft genug im Internet und auch hier, darum erwähne ich es nicht noch mal extra.

Nach ca. 3 bis 4 Stunden noch die vorher geschwärzte Zwiebel und ein großes Stück Ingwer, welches in zwei Hälften zerteilt wurde, hinzu geben. Ebenso ein kleines Stück einer Zimtstange und Sternanis. Weiter für ca. 2 Stunden ziehen lassen. Am Ende Fischsauce (ca. 6 bis 8 EL) Salz sowie etwas Zucker hinzugeben.

2. Alles durch ein Tuch geben. Wer mag kann das ganze dann über Nacht im Kühlschrank abkühlen lassen. So lässt sich die Fettschicht am nächsten Tag sehr leicht entfernen. Wem das egal ist der kann gleich weiter durchstarten.

Die Brühe ist durch abkühlen versülzt und das Fett hart geworden. Kann also bequem mit einem Löffel entfernt werden

3. Glasnudeln für ca. 10 Minuten einweichen. Je nach Art und dicke variieren die Zeiten aber hier. Dann auf der Packung nachlesen oder (wer kein Vietnamesisch lesen kann) im Laden fragen oder nach Gefühl probieren 😉 Nudeln kochen und die Brühe nebenher auf Temperatur bringen – also sehr heiß!

4. Alles zusammen bringen. Etwas Sprossen in eine Suppenschüssel geben. Darüber etwas Chilisauce und Fischsauce geben. Dann kommt eine Portion Nudeln darüber. Jetzt ein Teil vom Rinderfilet (ist noch roh!) sehr dünn aufschneiden. Auf die Nudeln geben. Das Filet wird jetzt mit der heißen Brühe, mit der wir nun die Suppenschüssel auffüllen, gegart. Frühlingszwiebeln als Ringe drüber und fertig ist die Suppe. Jetzt kann jeder mit Limette, Chilis, Sesamöl usw. nachwürzen wie er mag. Natürlich kann man auch noch mehr in die Suppe geben. Frischer Koriander, Thai Basilikum usw. Jeder wie er Lust hat.

Man sieht wo die Brühe das Fleisch bereits gegart hat. Einfach das Fleisch etwas in die Brühe drücken und der Rest wird auch gar.

Und weil so schön ist noch mal eines. Wie in nem Porno!

Ich kann dazu nur eines sagen. Wow!

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10 Antworten zu “Phở bò – vietnamesische Nudelsuppe mit Rindfleisch”

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  1. barbara sagt:

    du olle saufnase solltest diese brühe immer im tk haben.
    der rest ist ja kein big deal.
    inzwischen koche ich die reisnudeln gar nicht mehr sondern weiche sie für 20 minuten oder so in kaltem bis lauwarmem wasser ein, abgießen und mit kochendem wasser (wasserkocher!) übergießen und gelegentlich mal umrühren. immer mal probieren und wenn sie al dente sind, abgießen und kalt überbrausen. normal gekocht produziere ich nämlich immer nudelbaatz. durch die heiße brühe kriegen sie dann den noch nötigen garschub.
    ist nicht authentisch, mag ich aber auch noch drüber: diese frittierten schalottenstückchen aus dem asiashop.

  2. Tom sagt:

    Hey Barbara!

    Jetzt hab ich das Zeuch ja im TK. Blöd ist nur das 4 Liter Wasser am Ende nur ~ 3 Liter Brühe ergeben. Das sind dann knappe 6 Portionen. Wenn mein Gefrierschrank größer wäre würde ich auch mal meinen großen Topf nehmen. Leider hab ich aber nur 3 olle Gefrierfächer. Darum muss ich leider öfter mal ne neue Brühe ansetzen (welche eigentlich gar nicht so günstig ist bei den Preisen heutzutage 😮

    Die Idee mit dem „nur einweichen“ gefällt mir. Wasserkocher hab ich natürlich – wird nächstes mal probiert. Meine Nudeln waren nämlich auch etwas Weich. Hab da aber auch nicht so die Erfahrung…

    Frittierte Karottenstückchen? Hört sich interessant an. Muss ich mal danach schauen. Kannte das bisher nur mit den frittierten Zwiebeln (was auch sehr geil ist) 🙂

    Gruß Tom

  3. barbara sagt:

    du vogel!
    ich meine die zwiebel-bzw. schalottenstückchen. guckst du.
    ich bin sicher, daß dir die nudeln so besser schmecken werden.
    und ja, für eine brühe dieser güte legt man locker 20 öcken hin.
    dennoch, ein leben ohne pho bo ist möglich, aber sinnlos.

  4. Tom sagt:

    Oh Gott, da hatte ich ja doppelt Tomaten auf den Augen oder neige langsam zum Autismus oder so… Hatte Bildlich Karotten im Kopf als ich das las. Au man 😛

    Zum Pho gebe ich dir 100% recht. Verstehe gar nicht wieso das in DE (und dem Rest der Welt) so unpopulär ist. Alles BANAUSEN!

  5. […] der Woche nachholen musste viel meine Wahl auf eine stärkende Suppe. Ich hatte von der letzten Phở bò-Suppen-Action noch Brühe im Tiefkühler und konnte somit die größte Hürde bei einer guten Suppenherstellung […]

  6. Khoa Nguyen sagt:

    Ein wirklich toller Artikel und tolle Infos zu Zubereitung. Ich nehme an, dass du leidenschaftlich gern Pho isst, oder? Ich bin auch ein leidenschaftlicher Pho Liebhaber und fülle nach und nach meine Liste zu „Pho in München essen“ auf. Da gibts schon sehr viele Locations hier in der bayrischen Landeshauptstadt.

  7. Tom sagt:

    Ja, ich liebe Pho! Es gibt einfach nichts besseres als Pho zum Frühstück 😉 Leider gibts hier in Stuttgart nicht gerade eine große Auswahl an Restaurants die das anbieten, darum muss ich das immer selber kochen…

  8. Vera Bär sagt:

    Suppe-Suppe-Suppe, mein Bauch ist voll mit Suppe – meine Laune ist… Super Suppig! :DDD

    nachdem ich gestern beschlossen hatte Phó bó zu kochen und mich auf Rezept suche begeben habe, ist mir die allergeilste Rezeptseite der Welt über den Monitor geflimmert… ein dickes Dankeschön hierfür!

    Heute Morgen habe ich meinen Tag dann gleich mit einem Entspannungs-Einkauf über den Markt und in diversen kleinen, feinen Geschäften begonnen – was gibt es schöneres einen Morgen, mit dem flanieren in Besagten zu beginnen…
    Nachdem ich mich auf langwierige Angelegenheiten, durch eine halbe Stunde Haare kämmen ;), eingestellt hatte, habe ich begonnen Suppe zu kochen – das Ergebnis – nach 6 ½ Stunden sitze ich mit vollem Bauch und sehr selbstzufrieden hier und schwelge weiteren Suppenträumen entgegen 😀

    http://vietkochen.blog.de/2007/08/26/pha_7903_bo_nudelsuppe_mit_rindfleisch~2873025/

    Dort ist ein sehr ähnliches, bzw. fast identisches Rezept zu finden, allerdings nicht so amüsant beschrieben!

    Ich habe die Brühe noch mit etwas Cumin aufgepeppt, als Einlage noch Karotten Juliennne und Pack choi hinzugefügt… und da ich momentan keinen Geldscheißer im Keller habe, kein Filet genommen, sondern die schönen Stücke aus der Beinscheibe geschnitten, eingefroren, antauen lassen und so in feinste Scheibchen geschnitten – eine gute Preiswertere Alternative 😉

    Nochmals ein riesiges Dankeschön für diese Seite, weiter so!

    Liebe Grüße,
    Vera

  9. Tom sagt:

    Hey Vera 🙂

    Hab deinen Kommentar erst gerade gesehen. Freut mich wenn dir meine Webseite und die darin geistigen Entgleisungen zusagen 😀 Und natürlich auch das dir die Suppe geschmeckt hat.

    Variieren kannst du hier in der Tat fast unendlich. Pak Choi ist super, könnte mir da aber sogar Algen vorstellen. Hauptsache Asiatisch bzw. aus der vietnamesischen Ecke. Also kein Sauerkraut oder so 😀

    Es steht und fällt ja sowieso alles mit der Brühe. Taugt die nix, taugt der Rest auch nix. Wenn die Brühe gut ist kann man da aber auch sicherlich fein gehobelte Schweineohren rein bröseln ohne dem Geschmack ein Schnippchen zu schlagen. Ich mache die Suppe ab und an sigar mit dünn geschnittenem Herz. Dann aber etwas schärfer 😉

    Viele Grüße

    Tom

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