Pollo alla Cacciatore, also auf Jägerart, wird normalerweise nicht mit Pasta serviert sondern mit Brot, Polenta, evtl noch mit Kartoffeln. Diese Version hier mag ich persönlich aber lieber – da ich so auf Pasta abfahre! Aufgrund dieser Tatsache handelt es sich also eher um ein Chicken Cacciatore, in den USA verbreitet, mit Spaghetti, Hähnchenfilet und Parmesan. „Wieso Hähnchenfilet und keine verdammten Schenkel?!“ werden jetzt vielleicht einige denken. Ich bin weder auf Diät noch sonst wie verwirrt, zumindest nicht was Essen angeht, lediglich die Tatsache das ich hier Resteverwertung betrieben habe, sich die Filets noch im Eis befanden, ist der Grund dafür. Geschmacklich hat es dem aber keinen Abbruch getan. Im Gegenteil, ich war wirklich erstaunt wie zart und saftig das Fleisch nach einer ungefähren Stunde im Ofen war.

Wer natürlich mehr Zeit hat der nimmt entweder ein ganzes Huhn, welches er zerteilt, oder was anderes mit Haut drumherum (Flügel, Schenkel) – oder eine Kombination von beidem. Ist geschmacklich auf jeden Fall noch mal intensiver.

Für die Pasta alla Cacciatore braucht es nun folgendes Zeug:

Zutaten

  • Hähnchenbrustfilet (geringe Garzeit), andere Teile gehen natürlich auch, hier muss man aber ggf. mehr Zeit einplanen (siehe oben in der „Einleitung“)
  • Champignons
  • Bacon, Speckwürfel oder vorzugsweise Pancetta
  • trockener Rotwein
  • Zwiebel, Knoblauch
  • eingelegte Sardellen (ich bevorzuge die in Salz)
  • passierte oder gewürfelte Tomaten
  • Mehl
  • Salz, Pfeffer, Kräuter wie Thymian, Lorbeer, Salbei, Petersilie
  • Wer mag kann noch schwarze Oliven dazu geben

Rezept

1. Als erstes werden die Pilze geputzt, die Zwiebel und der Knoblauch gepellt und fein gehackt sowie das Hähnchenfleisch / Huhn oder what ever zerkleinert. Anschließend gewürzt und mehliert. Pfanne oder weiten Topf auf den Herd. In etwas Olivenöl das Fleisch sehr scharf anbraten. Aber nicht zu heiß, wir verwenden schließlich Olivenöl. Hat das Fleisch Farbe bekommen den Rest hinzugeben. Auch den in Würfelform befindlichen Speck! Das alles darf nun Farbe bekommen wie meine Oma damals an der Côte d’Azur.

2. Guter Schuss Rotwein in die Pfanne. Darf gerne auch etwas mehr sein 😉 Ich hatte auf zwei Filets fast eine halbe Flasche Primitivo reingedröppelt. Bei einem ganzen Huhn kann da also schon eine 3/4 Flasche rein. Rest in Kopp, wie immer 😉 Passierte Tomaten dazu geben. Hier braucht es nicht so viel, eine drittel Dose hat bei mir ausgereicht. Ein bis zwei Sardellenfilets grob zerteilen und ebenfalls in die Pfanne zur Sauce. Alles salzen und pfeffern. Getrocknete Kräuter dazu. Beim Salz aufpassen falls Sardellen in Salz verwendet wurden.

4. Sauce bei ~ 180°C in den Ofen geben, ich hatte Ober- und Unterhitze. Alle 15 Minuten leicht rühren bzw. bewegen. Nun kommt es maßgeblich darauf an welche Teile vom Huhn ihr genommen habt. Beim Filet reichen wohl 30 Minuten. Ich hatte es aus Gründen der Saucen-Reduktion ~ 60 Minuten drin. Habt ihr allerdings Fleisch am Knochen genommen verlängert sich die Garzeit natürlich. Dies bitte beachten.

5. Am Ende die Lorbeerblätter entfernen, alles noch mal abschmecken, Petersilie hacken und dazu geben, wer mag grob zerteile Oliven hinzugeben. Ich hatte leider keine, bei mir also ohne Oliven.

pollo-cacciatore

Fand diese Pasta wirklich sehr gelungen. Hat mich auch irgendwie stark an Pasta alla Tetrazzini erinnert. Wobei gut, eigentlich ist diese Sauce, welche ja mit passierten Tomaten gemacht ist, schon noch mal was anderes. Auf jeden Fall sehr sehr lecker!

Wie immer habe ich völlig das Maß verloren und am Ende ~ 8 große Portionen dieser Pastavariation vertilgen müssen. Meine Güte was das ein Spaß. Am Anfang so übertrieben heiß, sämtliche im Gaumen angesiedelten Oberflächen verbrannt, das T-Shirt, natürlich weiß, nun  voller kleiner roter Punkte, eine Rolle Küchenkrep die zerknüllt nun meine Tischdeko bildet und Krämpfe in der rechten Hand vom Drehen der Gabel im schweren Nudelhaufen.

chicken-cacciatore

0 0 votes
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
17 Comments
Inline Feedbacks
View all comments
barbara
barbara
10 Jahre zuvor

Wie immer herrscht hier Unmäßigkeit. Wieviel Pasta kochst du für dich da so? Kenne einen Süditaliener mit 500 g Verzehrmenge, das toppst du noch.
Lecker Sößschen ist dir da gelungen!

barbara
barbara
10 Jahre zuvor

Jaha, Trockenmasse…
250 g gab es zu Zeiten, als man noch so richtig schön fressen konnte ohne ein Gramm zuzunehmen, auch. Derzeit essen wir 350 g zu zweit da stehe ich aber je nach Sugo, noch mit leichten Hungergefühlen vom Tisch auf.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

17
0
Would love your thoughts, please comment.x